28. Dezember 2017









 

Kürzlich wurde eine neue Studie zum Thema BI Trends 2018 veröffentlicht. Die Studie wurde vom BARC Institut durchgeführt, das zu den führenden Software-Analysten, die sich mit den Bereichen BI und Data Management beschäftigen, zählt. Für die zitierte Studie wurden 2.800 Nutzer, Berater und Hersteller über ihre Einschätzungen zu den wichtigsten BI-Trends befragt, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.

Datenqualität, das Erkennen und Visualisieren von Zusammenhängen und Flexibilität durch Self-Service BI sind 3 zentrale Trends, die sich für Business Intelligence Nutzer im Rahmen der Studie herauskristallisierten.
Die Fragen, wie kann ich sicherstellen, dass die Qualität meiner Daten stimmt? Wie kann ich zeitnah Erkenntnisse aus meinen Daten gewinnen und auch wie kann ich meinen Mitarbeitern Hilfsmittel zur Verfügung stellen, um das Potential der im Unternehmen (und evtl. außerhalb) vorhandenen Daten für ihre Arbeit optimal zu nutzen? Diese Punkte und Herausforderungen werden uns auch 2018 weiter beschäftigen.

Die Top Trends 2018 im Detail:

1. Stammdaten- / Data Quality-Management
Die große Bedeutung der Datenqualität im Unternehmensalltag ist keine Überraschung. Gute Entscheidungen auf Basis von Daten können nur dann getroffen werden, wenn die Daten auch richtig sind.
Dabei entscheiden folgende Parameter über die „Richtigkeit“ von Daten:

  • Vollständigkeit: Fehlen Werte?
  • Validität: Erfüllen die Daten die Kriterien?
  • Einzigartigkeit: Gibt es doppelte Datensätze?
  • Konsistenz: Sind die Daten über mehrere Datenquellen hinweg stimmig?
  • Zeitachse: Bilden die Daten die Wirklichkeit eines bestimmten Zeitpunktes ab?
  • Exaktheit: In welchem Grad spiegeln die Daten auch die Wirklichkeit wider?

2. Data Discovery / Visualisierung
Data discovery ist kein Tool. BARC versteht darunter einen nutzerorientierten Prozess, der es mit Hilfe von visueller Darstellung und Advanced Analytics Mitarbeitern ermöglicht, Muster in Daten zu erkennen und in weitere Folge richtig zu interpretieren. Neben der Unterstützung durch die BI-Software sind daher auch die Analysefähigkeiten der Nutzer gefordert.

3. Self-Service BI
Der Trend zu Self-Service Lösungen resultiert aus den Nutzer-Anforderungen für mehr Flexibilität und Selbständigkeit bei Reportings und Analysen. Das zentrale Versprechen der Self-Service Lösungen - die Förderung von Dynamik und Flexibilität in den Abteilungen – soll unter anderem durch die Unabhängigkeit von der IT-Abteilung möglich werden. Von „banalen“ Aufgaben entlastet, kann sich die IT-Abteilung wieder auf andere, wichtigere Dinge konzentrieren wie z.B. dem Aufbau von nutzerfreundlichen Datenstrukturen.
Self-Service sollte aber nicht bedeuten, den Mitarbeitern den Zugriff auf alle Daten zu ermöglichen. Im Gegenteil, insbesondere hinsichtlich Compliance und rechtliche Anforderungen – auch hinsichtlich der Datenschutz-Grundverordnung, die in Österreich 2018 in Kraft tritt - sollte der Zugriff der Mitarbeiter auf die Daten nur systematisch erfolgen. 

4. Data Governance
Dem Thema wird insbesondere in den Bereichen Finanzwirtschaft, öffentliche Verwaltung, Bildung und Telekommunikation besondere Bedeutung zugewiesen. Data Governance ist der führende Mechanismus, um eine Datenstrategie einzuführen. Dazu gehören nicht nur die Infrastruktur sondern auch Richtlinien, Rahmenbedingungen zur Datenverwaltung sowie auch die Überwachung, um die Daten vor unberechtigten externen aber auch internen Zugriffen zu schützen.

5. Datenaufbereitung für die Nutzer
Muster in Datenstrukturen zu erkennen und zu interpretieren wird in den letzten Jahren verstärkt als Wettbewerbsvorteil wahr genommen. Die grafische Aufbereitung der Daten aber auch die Verknüpfung verschiedenster Datenquellen spielen hier eine zentrale Rolle.
Zu den Top 3 Einflussfaktoren für die Förderung der grafischen Aufbereitung zählen:

  • Steigerung der Performance, Agilität und Flexibilität in den Abteilungen
  • Steigende Anzahl der Datenquellen und –mengen mit höherer Geschwindigkeit und Vielfalt
  • wirtschaftlicher Erfolg durch gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit

6. Echtzeitanalysen
Schnellere Berichte und Analysen (nicht nur hinsichtlich der Dauer der Abfragen) sind eine Herausforderung für viele Unternehmen. Die Einbeziehung von Live-Daten aus unterschiedlichen Systemen ermöglicht schnellere Entscheidungen. Dabei sind ständig steigende Datenmengen, High-performance Verarbeitung und die Erkennung von Mustern in Echtzeit nur einige der Aufgaben, die uns 2018 begleiten werden.

7. Data Warehouse Modernisierung
Neue analytische Herausforderungen, eine steigende Anzahl verschiedenster Datentypen und steigende Datenmengen bringen klassische “alte” Data Warehouses oft an ihre Grenzen. Darüber hinaus entspricht ihre Struktur auch in vielen Unternehmen nicht mehr den Anforderungen, die moderne Analyse-Tools an die Daten stellen.

8. Zusammenarbeit
Auch dieses Thema ist nicht neu. Kommentarfunktionen und Chats, aber auch das Teilen von Analysecharts stellen die klassischen Funktionen zur Kollaboration dar. Im Bereich der Budgetplanung erleichtern Workflows die Zusammenarbeit und sind insbesondere in größeren Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Interessant ist darüber hinaus die Möglichkeit Analysecharts auch in Präsentationen wie z.B. PowerPoint einzubinden, um so bei Bedarf jederzeit tiefergehende Auswertungen durchführen zu können.

9. Mobile BI
Nach dem Hype um die Nutzung von BI auf mobilen Endgeräten ist dieser Trend auch 2018 noch sichtbar, auch wenn auch mit weniger starker Ausprägung. Nicht wenig überraschend hat das Thema insbesondere im Handel aber auch in der Telekommunikation und im Transportwesen besondere Bedeutung. Dabei hängt die erfolgreiche Implementierung stark davon ab, ob es gelingt die Anforderungen der Nutzer zu erfüllen. Wie zahlreiche Rückmeldungen zeigen, ist eine reine Kopie der Desktop-Version für den Gebrauch unterwegs wenig erfolgsversprechend.

10. Agile Weiterentwicklung der BI-Lösung
Der Begriff „agile“ Business Intelligence steht in diesem Kontext überwiegend für das Thema Flexibilität. Organisationale Änderungen, aber auch Anforderungen an die Änderungen der Business Modelle müssen durch die Business Intelligence Lösung abbildbar sein.

Resumée: Auch 2018 freuen wir uns wieder auf spannende Kunden-Projekte. Die Herausforderungen werden nicht weniger, die Potentiale mit Business Intelligence echte Wettbewerbsvorteile zu generieren auch nicht.

Quelle: Der Beitrag sowie die Infografik basieren auf den Ergebnissen des BARC BI Trend Monitor 2018, die unter der Adresse http://barc-research.com/research/bi-trend-monitor/ abrufbar sind.

Kategorien Allgemeines