Wien, 06. September 2016
Nach einer Gartner-Studie wird Business Intelligence und Analytics zu den wichtigsten Themen für CIOs für 2017 werden. Unternehmen geben Millionen für BI Software aus. Mit der wachsenden Anzahl der BI-Lösungen, steigt aber auch die Gefahr des Scheiterns, wenn die falsche Software-Lösung für das Problem ausgewählt wird oder die User die Software nicht entsprechend nutzen.

Um potentiell teure Fehler zu vermeiden, und das Maximum aus der BI Software Investition herauszuholen, sollten folgende Punkte bei BI-Projekten beachtet werden.

Fehler 1: Unternehmen haben keinen konkreten BI-Plan

Vor der Entscheidung, welche BI-Lösung im Unternehmen eingeführt wird, sollten immer explizite Anwendungsszenarien für den Einsatz von Business Intelligence erstellt werden, so Scott Schlesinger von Capgemini. "Der größte Fehler ist es, sich zu früh festzulegen, bevor überhaupt klar ist, was das Unternehmen damit erreichen will", erklärt der BI-Experte. Die Begründung: Firmen verdienen keinen Cent mit der Software, sondern nur mit den Ergebnissen, die sie liefert. Betriebe, so sein Rat, sollten also vorab genau festlegen, wofür sie BI einsetzen und aus welchen Daten sie Informationen für welche Anwendungen ziehen wollen.

Charles Caldwell von Logi Analytics stimmt Schlesinger zu. "Viele suchen nach einer Wunderwaffe, mit der sie jedes Problem lösen können und vergessen dabei, die anstehenden Fragen zu beantworten. Das ist der Grund, weshalb so viele BI-Projekte scheitern", sagt Caldwell und rät, mit einer konkreten Fragestellung zu beginnen, die besonderen Anforderungen zu verstehen und diese mit einer maßgeschneiderten BI-Anwendung zu lösen.

Fehler 2: Anwender werden im BI-Entscheidungsprozess übergangen

IT-Abteilungen wählen oft BI-Lösungen aus, ohne die Kollegen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen, die später damit arbeiten sollen. "Es ist ein Fehler, zu glauben, Angestellte nutzen eine neue BI-Anwendung nur deshalb, weil das Unternehmen sich für eine Standardisierung entschieden hat", gibt Joanna Schloss, die sich bei Dell mit den Themen BI und Software beschäftigt, zu bedenken.

"Sogar die besten BI-Tools sind ineffizient, wenn sie nicht genutzt werden. Keine Einschulung, oder Vorgabe wird die Menschen davon überzeugen die Technologie zu nutzen, wenn die Lösung nicht an das Unternehmen angepasst ist und die Mitarbeiter keinen persönlichen Nutzen im Arbeitsalltag sehen“, so Schloss. Ihre Lösung: "Anstelle den Leuten zu sagen, dass sie das nutzen müssen, sollte man Ihnen erklären, warum Business Intelligence Vorteile bringt. Der Nutzen muss klar sein, dann wird die Lösung auch angenommen."

Fehler 3: Datenschutz und Rechtliche Anforderungen werden ignoriert

Steve Farr vom BI-Anbieter Tibco Software spricht den Punkt Sicherheit als weitere Fehlerquelle an: "Vergessen Sie nicht, Datenschutz, Sicherheitsanforderungen und das Daten-Management in ihre Planungen einzubeziehen", warnt Farr. Es sei unvernünftig, allen Mitarbeitern alle Daten zur Verfügung zu stellen. Unternehmen müssten sowohl im eigenen Interesse als auch in dem ihrer Kunden die eigenen und gesetzlichen Datenschutzbestimmungen einhalten.

Fehler 4: Eine große Anzahl an Funktionen über die Integrationsfähigkeit stellen

BI-Anbieter beeindrucken oft mit grafisch aufbereiteten Berichten, schicken Analysen, Visualisierungen oder Kennzahlen- und OLAP-Auswertungen. Fakt ist: Sicher sind Funktionen wichtig, aber ebenso wichtig ist es, sicherzustellen dass die BI-Lösung optimal mit dem bestehenden Firmennetzwerk zusammenarbeiten kann. Sei es durch die Zusammenarbeit mit ERP-Systemen, Office-Applikationen (z.B. Excel, Word) und Cloud-Lösungen wie Salesforce.com.

Fehler 5: Eine BI-Lösung auswählen, die nicht anpassbar und skalierbar ist


Unternehmen ändern sich ständig und damit auch die Anforderungen an die Software. Was nutzt eine besonders ausgeklügelte BI-Anwendung, wenn sie nicht anpassungsfähig ist und mit neuen Anforderungen im Unternehmen Schritt halten kann? Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass die BI-Anwendungen auch zukünftigen Anforderungen gewachsen sind.

Fehler 6: Mobile Anwendungen ignorieren

"Manche Firmen vergessen schlichtweg, über mobile Lösungen nachzudenken, wenn sie sich für eine BI-Anwendung entscheiden", hat Tibco-Mann Farr beobachtet. Manchmal nutzt eine knappe Auswertung, die über das Smartphone verfügbar ist, mehr als seitenlange Berichte. Das lassen manche Firmen im Entscheidungsprozess jedoch außer Acht.

Fehler 7: Überstürzte Implementierung

Unternehmen sollten sich für die BI-Einführung ausreichend Zeit nehmen. Wer BI-Lösungen zu schnell implementiert, kann böse Überraschungen erleben. Geduld ist deshalb eine wichtige Tugend: "Planen Sie auf jeden Fall genügend Zeit ein, um Mitarbeiter zu schulen und ihnen Zeit zu lassen, sich mit dem neuen System vertraut zu machen. Nur so kann das BI-System gewinnbringend eingesetzt werden", so Daniel Ronesi von Aderant.

Southard Jones von Birst, einem Anbieter von Cloud-basierender BI-Lösungen, gibt in diesem Zusammenhang einen weiteren nützlichen Tipp: "Führen Sie BI-Lösungen schrittweise ein und erwarten Sie nicht, dass sich damit sofort jedes Problem lösen lässt."

Fehler 8: Fehlendes Mitarbeiter-Training

Experten warnen davor, das gesamte Budget für die BI-Software auszugeben. Der Grund: Dann bleibt kein Geld mehr für die dringend notwendigen Schulungen der Mitarbeiter übrig. Weil aber BI-Anwendungen inzwischen so komplex und vielschichtig sind und der Erfolg auch davon abhängt, wie gut die Mitarbeiter damit arbeiten, seien intensive Trainings der Angestellten unumgänglich, um die Tools optimal zu nutzen.

Fehler 9: Die Analysen der BI-Daten nicht richtig nutzen

Es soll tatsächlich Firmen geben, die die schönsten Berichte, Grafiken und Auswertungen einfach in einer Schublade verschwinden lassen, anstatt sie für das Unternehmen und den wirtschaftlichen Erfolg einzusetzen. Schließlich sollten BI-Lösungen nie Selbstzweck sein, sondern beispielsweise dafür genutzt werden, um mehr über die Kunden zu erfahren, deren Wünsche besser vorherzusagen und somit mehr Umsatz zu generieren. Informationen analysieren, teilen und darauf reagieren sei entscheidend, denn ansonsten könnten sich die Unternehmen den ganzen Aufwand sparen. Mit einer guten Auswertung lassen sich Entscheidungen besser und mit mehr Hintergrundinformationen fällen. Aber auch zur Risikobewertung, Gefahrenabwehr oder Prognose sind die gesammelten Informationen nützlich und hilfreich.

Auch Trends für die eigene Branche, das eigene Geschäftsmodell und neue Aufgabenfelder lassen sich ableiten. Warum setzen Unternehmen BI-Lösungen schließlich ein? Um Risiken besser einzuschätzen und Chancen zu nutzen, bevor die Konkurrenz dahintergekommen ist.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Was ist Business Intelligence - brauche ich das auch?“

Quelle: Dieser Artikel basiert auf "9 common BI software mistakes (and how to avoid them)", welcher im CIO-Magazin publiziert wurde. http://www.cio.com/article/2464167/business-intelligence/9-common-bi-software-mistakes-and-how-to-avoid-them.html
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